Regenzeit-Sähzeit

Mitte November hat endlich die lang ersehnte Regen eingesetzt. Er hat sich mit ein sehr heftiges Gewitter angekündigt. Innerhalb Minuten hat sich alles überflutet, waren die Strasse aus gewaschen, und die immer leeren Bäche zu einem wilden Strom geworden. Jede freute sich riesig auf diese erfrischenden Regen. Es bedeutet aber auch vor alle viel Arbeit weil jetzt mit dem Ansähen von den Feldern begonnen werden muss will mann nächstes Jahr etwas zu essen habe.

Schwere körperliche Arbeit ist angesagt. Da braucht es minimum drei Leute um ein Feld zu verarbeiten. Der Kompost wird mit Schubkarren auf das Feld gefahren und dann mit der Hand verteilt, dann die 4 Kühen oder 6 Esel vor den Pflug gespannt, die Furchen gezogen, Länge für Länge und nochmals eine Länge, dann angesäht und die Furchen wieder mit dem Pflüge geschlossen. Familie die kein Kühen oder Esel habe machen einfach alles mit dem Hand. Und dann gibt es noch Familie die nicht mal Geld habe für die Saatgut und die deswegen bestimmt nächstes Jahr nicht viel zu essen habe werden.

Die meisten Familie habe so 2 Hektar Land zu bearbeiten. Angesäht wird Mais, Kürbis, Süsse Kartoffeln, Erdnüsse, „rondnuts“ und je nach dem Reis.

Es gibt aber viele Witwe wovon die Kinder nach die Städte gezogen sein zum irgend etwas zu arbeiten und sie alleine für die Feldarbeit stehen.

Weil ich, Willemijn, immer noch auf meine Arbeitspapiere warten habe ich einer Kollegin auf dem Land geholfen beim Pflüge und ansähen (ich glaube für das braucht es kein Arbeitsbewilligung :-). Eigentlich ein schöne Arbeit wenn mann es machen kann wenn mann lust hat und nicht weil wir unbedingt müssen weil wir sonst nächstes Jahr nichts zu essen haben werden. Ich kann mich nachher ausruhen, aber wenn die Leute um etwa 9.00- 10.00 Uhr mit dem Feldarbeiten fertig sind (es wird etwa um 5.00 Uhr angefangen) fangt für sie die Alltag erst an.

Belohnt werden ich immer mit sacken voller Mangos.

Auch die Angestellten vom Spital sähen in Ihre Garten an so das sie das Geld was sie verdienen nicht am essen ausgeben müssen. Auch wir habe in unsere Garten angesät (diese mal mit dem Hand weil wir keine Kühe oder Esel habe). Nicht weil wir nicht genug verdienen das wir uns kein essen kaufen können aber das wir dann später das essen teilen können mit Leute die es brauchen.

Bram hat inzwischen sein neue Traumjob gefunden. Er wird jetzt „Farmer“ in Zimbabwe zusammen mit seinem besten Freund. Er wird dann viel Geld verdienen so dass er sich einen Traktor kaufen kann. Damit er hier allen Leuten auf den Felder beim Pflüge helfen kann.

Schlagartig hat sich die Natur jetzt auch in saftige grüne Landschaft umgewandert. Für uns kaum zu glauben weil es bis jetzt sehr trocken und braun war. Wir freue uns jetzt sehr über diese grüne Weihnachten.

Hiermit wünsche wir euch alle frohe Weihnachten und viel Gelassenheit für 2015

Improvisationen

Das Arbeiten hier in Spital besteht meist aus Improvisationen. Da es an Material, Werkzeug und Ersatzteilen fehlt.

Wenn ein Gerät zur Reparatur in die Werkstatt kommt möchte man am liebsten in ein Regal greifen und das entsprechende Ersatzteil herauszunehmen. Hier gibt es weder passendes Werkzeug noch Regale mit Material und Ersatzteilen. So wurden die Geräte jeweils mit sehr viel Erfindergeist repariert. Die Reparaturen funktionierten meist, waren aber ein Gebastel und vor allem sehr gefährlich. Trotz weniger Material gibt es sichere Lösung als zuvor.

Ich gehe also ins „Down Town“. So wird unser Gebäude genannt, wo alle ausrangierten Geräte liegen. Es ist eine Fundgrube für mich. Meist werde ich auch fündig und stosse auch auf das eine oder ander, das ich gleich noch für was anderes gebrauchen kann. Mit schweissen, löten und kleben und einer Portion Glück ergibt sich dann meist eine funktionierende und sicher Lösung.

So geht es Tag für Tag und ab und zu vergeht einem dabei auch die Laune. Da heisst es einfach lächeln und nicht aufregen, dann kommt alles wieder gut.

So verloren ist die Sache aber auch wieder nicht. Mittlerweile kann ich auf ein Netzwerk von Speziallisten zurückgreifen, die mir vor allem bei der Besorgung von Ersatzteilen helfen. Vielen Dank.

„Scotch-Cars“

Zu Hause wollte Bram immer einmal Traktor fahren. Diesen Wunsch erfüllte ihm Thomas. Hier in Simbabwe gibt es nicht so viele Traktoren. Daher schaute sich Bram nach Alternativen um. Hier gibt es sogenannte „Scotch-Cars“. Das sind Eselkarren, die Güter hin und her fugen. Das günstigste Transportmittel überhaupt aber auch eines der gefährlichsten. Die meisten Unfälle auf der Strasse passieren mit diesen Eselkarren, da sie nicht beleuchtet sind und meist auch in der Dunkelheit unterwegs sind. Auch scheren die Karren mit den störrischen Eseln immer wieder mal aus, vor allem Richtung Strassenmitte.

Nichts desto trotz hat sich Bram eine Fahrt auf einer dieser Karren gewünscht. Der Zufall will es, dass der Mann unserer Haushaltshilfe stolzer Besitzer eines der Karren und deren Vier Esel ist. Heute war der Tag gekommen wo die Kinder mit einer seiner Fuhren mitfahren durften. Extra dafür haben wir für Bram eine Peitsche gebastelt, welche er bei den störrische Eseln gebrauch machte.

So eine Fuhr ist nicht ganz einfach. Erst Esel einsammeln, einspannen und los gehts mit den ersten Peitschenhieben. Beim Kunden angekommen wird aufgeladen. Ich dachte nicht, dass wir die acht Wellbleche, zwei Fensterrahmen, zwei Türrahmen und 100kg Zement auf die kleine Ladefläche bringen. Nicht zu vergessen die beiden Kinder und der stolze Fuhrmann. No Problem, alles hat seinen Platz.

Auf der Fahrt ging alles gut, die Ladung hielt und die Esel folgten den Peitschenhieben. Eindrücklich war aber, dass wir immer wieder von Leuten ausgelacht wurden. Auch hat der Scotch-Car überhaupt keine Rechte, er muss von allen weichen. Es ist halt ein Transportmittel der Armen, von denen es hier viele gibt.

Zufrieden gingen die Kinder heute ins Bett und träumen wahrscheinlich noch weiter von ihrem heutigen Abenteuer.

Camping im Gonarezouh Nationalpark

„Gonarezouh ist der zweitgrösste Nationalpark des Landes und eine seiner wildesten Regionen. Der Park wird nur wenig besucht, ist äusserst weitläufig und voller Sandpisten für Allrad- und Wildnisfreaks.“ So lautet der Beschrieb unseres Reiseführers.

Wir sind weder Wildnisfreaks noch Allradspezialisten. Trotzdem getrauen wir uns für ein verlängertes Wochenende in diese interessante Gegend im Süden des Landes um uns vom Alltag in Musiso etwas zu erholen.  Wir packten das Auto voll mit allem was es so braucht für ein Outdoorerlebnis. Auch setzte ich mich mit dem Auto tiefer auseinander, füllte sämtliche Ölstände nach und machte mich mit dem 4-Weel Drive vertraut. Mit doppelter Benzinreserve düsen wir Richtung Süden los. Nach zwei Stunden standen wir am Eingang des Parkes bei den Chipinda Pools. Die Reservierung, die über das Harare Office im Voraus getätigt werden musste, drang nicht bis in den Süden. Trotzdem bekamen wir unseren Zeltplatz zugeteilt und wir stellten noch rechtzeitig vor Dunkelheit unsere Zelte auf. Die im Reiseführer beschriebenen desolaten Sanitäreinrichtungen waren Geschichte. Wir durften ganz luxuriös eine heisse Dusche nehmen, das wir bei uns zu Hause schon seit zwei Wochen nicht mehr hatten. Neben dem Zeltplatz gabe es auch gemütliche Stellplätze von wo aus wir die Hippos an der erfrischenden Ufervegetation beobachten konnten. Das laute Hippo-Gelächter, welche an den Felsen widerhallte, begleitete uns die ganze Nacht hindurch.

In den nächsten Tagen erkundeten wir die Region entlang der Hauptpiste bis zu den Chilojo-Camps. Im Hintergrund türmten sich die gleichnamigen Cliffs. Mit unserm Fahrzeug durchquerten wir den Fluss über eine steinige Furt, am anderen Flussufer begann dann aber erst das richtige Abenteuer. Mit der 4WD und der Untersetzung gings im Schritttempo über die 200 Meter lange Sandbank bis hoch aufs gegenüberliegende Ufer. Wir gelangten regelrecht in eine Bilderbuchlandschaft am Südufer des Runde Rivers. Weiter gings über die Nebenstrecke auf der sandigen Piste hoch bis auf die Cliffs von wo aus wir einen atemberaubenden Ausblick auf das sandige Flussbett und die dahinter gelegene Runde Region hatten.

Jede weitere Nacht gewöhnten wir uns immer mehr an die Geräusche und nächtlichen Besuche der Wildtieren, wie z. Bsp. Hyänen, Kudus und Paviane, welche wir mit einem Campfire fern halten konnten.

Raubtiere konnten wir leider keine beobachten, wir werden jedoch wieder kommen und freuen uns auf ein nächstes Abenteuer mit Zelt im Park.

Der alte Herd von der Küche…

… braucht  einen Service. Die Küche kocht meist mit Dampf, der aus dem Dampfkessel vom Boiler her kommt. Gerne kocht die Mannschaft aber auch elektrisch. Wir wurden dringend gerufen, das Gerät zu reparieren. Nach genauerem Fragen, stellte sich heraus, dass er schon seit einiger Zeit nicht mehr funktioniert.

Ja, es gibt bestimmt andere Dinge im Spital, die auch dringend nach Unterhalt rufen. Andere Abteilungen wie die Wäscherei oder eben die Küche wollen aber auch ernst genommen werden. Daher widmen wir uns im Moment diesem Herd.

Dass der Herd nicht richtig gereinigt wurde, war die Ursache des Verderbens. Essensreste bildeten die Grundlage für Kakerlaken und Ratten wurden durch die Kakerlaken angezogen. Zwischen den niedlichen Dingern, welche die Ratten frassen, gab es noch einen Happen Isolation. Die ganze Isolation war angefressen. Ein Kurzschluss gab dem Herd den Rest. Das 100kg Ding haben wir gleich in unserem Werkstatt genommen um die Verdrahtung komplett zu ersetzen. Die Ersatzteilbeschaffung gleicht einem Marathon. Auch mussten wir den Herd erst mal einer Reinigung unterziehen, denn es „gruslät mi“  zusammen mit den Kakerlaken den Herd zu reparieren.

Momentan sieht der Herd super aus und hoffe die Küchenmannschaft wird auch ihre Freude daran haben.

Annas Geburi

Letzten Sonntag war Annas Geburtstag. Sie konnte ihren sechsten Geburtstag in Harare feiern. Das Fest mit den Freunden in Musiso wird aber noch nachgeholt.

Nach dem Kerzen ausblasen, ging es in den Spielplatz beim Greenwoodpark(siehe Fotos). Das ist ein Freizeitpark à la Harare. Für alle die da schon einmal waren, es hat sich nichts geändert. Ab und zu vielleicht ein neuer Farbanstrich, ansonsten nichts neues. Für die Kinder war es aber ein ganz tolles Erlebnis. Sie konnten da so richtig wieder mal sich selber sein, weil hier in Harare die Einheimischen an weisse Kinder gewohnt sind.

Im öffentlichen Teil des Parkes kann man tagsüber ausruhen, Picknicken und zwischen den riesigen Bäumen schlendern. Die Spielgeräte rotten jedoch vor sich hin. Greenwood ist aber im Vergleich zu Harare Gardens gerade noch in einem flotten Zustand.

Vielen Dank für alle Geschenke. Sie kamen alle zur rechten Zeit an.

Meine Patienten

Sie heissen Sterilisiergerät, Absaugpumpe, Sauerstoffkonzentrator, Destilliergerät usw.…, und alle schreien nach Pflege. Bei den einen reicht eine kleine Wartung, bei den anderen ist jede Hilfe zu spät. Der Unterhalt der Spitalgerätschaften, so scheint es mir, ist in den letzten Jahrzehnten vernachlässigt worden.

Apparaturen wurden gespendet, montiert und nie richtig in Betrieb genommen, so ein Destilliergerät. Fachleute aus der Hauptstadt Harare kamen und sind ohne Erfolg wieder nach Hause gezottelt. Es zeigt einmal mehr, dass die Simbabwer unendlich viel Geduld zeigen und die Hoffnung nie aufgeben.

Schussendlich musste an der Gerätezuleitung nur die dritte Phase und der Neutralleiter getauscht werden. Endich konnte mit diesem Gerät nach Jahren wieder destilliertes Wasser erzeugt werden. Natürlich mussten aber nach den Jahren auch sämtliche Wespennester entfernt werden, die sich so gerne hier einnisten.

Jede Reparatur ist eine Herausforderung, weil mir hier die passende Werkzeuge und das richtige Material fehlt. Improvisieren ist an der Tagesordnung. So nehme ich mal ein Sauerstoffkonzentrator als Kompressor, damit ich die Geräte abstauben und reinigen kann. Die Wäscherei hilft mir dann auch mit alten Tüchern aus, bis ich ein Staubsauger organisieren kann. Was ich auf jeden Fall im Überfluss habe, ist Zeit.

Unsere Backups

Stromausfall gehört hier auf dem Lande zum Alltag. Gerade gestern waren wir mal wieder 24 Stunden ohne Strom. Stell Dir das mal bei Dir zu Hause vor. Das fängt erstmal ganz lustig an mit dem Kochen. Dafür gibts ein Backup, den Gasherd. Wenn die Nacht kommt, wird es dann ganz romantisch im Kerzenlicht, das auch bei den Kindern ganz gut ankommt. Der Abwasch mit der Stirnlampe erinnert einem jedoch an die Campingtage in den Bergen. Die Hoffnung auf die Rückkehr des Stromes  wird dann doch immer dringender, denn der Tiefkühler hält ja auch nicht ewig. Hier gilt es den Kühler einfach nicht mehr öffnen und auf bessere Zeiten hoffen, denn unsere Batterien vom DC/AC-Converter sind auch nicht mehr die Neuesten. Hier gibt es noch Verbesserungspotential, die Photovaltaik auf dem eigene Dach. Mit dem Warmwasser sind wir mit der Solarzelle bereits bestens bedient.

Die Steigerung des Stromausfalles ist der Ausfall der Wasserversorgung. Dafür haben wir bereits ein Backup. Bis jetzt haben wir immer so gute hundert Liter Wasser an Vorrat. Das Wasserloch ist zum Glück auch nicht all zu weit entfernt.

Ja, hier auf dem Lande erleichtern einem die Backups so das Leben, denn die Ausfälle sind alltäglich und können bis zu drei Tagen dauern.

Aufgabenteilung

Spitalarbeit
Es ist spannend in ein neues Arbeitsgebiet einzutauchen, die Elektrotechnik bietet es. Vorher waren es die Schutzgeräte heute sind es die Sterilisatoren und Destilliergeräte. Alles hat so seinen Reiz. Auch dann, wenn man im sterilen Überzug im Operationssaal bei grosser Hitze arbeiten darf. Zwischendurch nehme ich die Netzsituation auf, welches mir manchmal die Haare zu Berge steigen lässt. Strom kann manchmal schon tolerant sein. Ich hoffe nur, auch noch die kommenden Jahre …

Hausarbeit
Die Kinder wollen wir noch nicht gerade in den ersten Wochen zur Schule schicken. Sind sie doch noch sehr ausgesetzt. Immer mehr aber gewöhnen sich die Kinder daran. Daher übernimmt Willemijn vorübergehend die Funktion der Kindergärtnerin. Basteln, Backen, Singen und Spielen nehmen den Morgen ein. In der Küche helfen das Mittagessen vorbereiten macht den Kindern aber auch ganz viel Spass. Nach dem Mittagessen spielen sie dann mit den Kindern der Nachbarn, die immer wieder Anna, Anna rufen. Verstehen tun sie sich noch nicht, jedoch kommen sie dann doch erst wieder wenn es z’Vieri oder z’Nacht gibt. Spielgeräte haben sie, brauchen sie aber selten. Das Meiste finden sie im Garten und es wird ihnen nie langweilig. Zu unserm Ärgernis ist die Quelle der Inspiration oft der Abfallhaufen, der mitten in unserem Garten gepudelt wurde.

Erster Arbeitstag

Am Montag war mein erster Arbeitstag im Hospital. Mit der ganzen Familie gings zum Spital. Wir wurden mit Trommel, Gesang und Tanz begrüsst.  Die Begrüssung wollte fast nicht mehr aufhören, es war einfach toll.

Als erstes wurde mir das Spital gezeigt. Bilder werde ich dann mal später aufs Netz stellen. Es war sehr beeindruckend, wie hier gearbeitet wird. Auch die Energieversorgung wurde mir von der Trafostation bis zur letzten Steckdose erklärt, was ja eigentlich meine generelle Aufgabe hier sein wird. Bei jeder Abteilung bei der ich vorbeischauen durfte wurden mir gleich die defekten Apparaturen gezeigt. Das sind sicher über die Hälfte aller Gerätschaften. Immer wieder wird improvisiert. Ich sehe schon, dass mir die Arbeit nicht ausgehen wird. Ich freue mich schon auf den nächsten Tag. Hier gibts Arbeit …